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Lichtplanung : Leistungsphasen HOAI 1-3
Architekturbüro : Eller + Eller, Düsseldorf
Auftraggeber : FGS, Bonn


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Wechselwirkung zwischen dem Atrium und den angrenzenden Bereichen

Das Atrium ist ein großzügiger, offener Raum, der die einzelnen Gebäudebereiche miteinander verbindet. Das Atrium ist der zentrale Raum, die Mitte, eine Art Marktplatz für verschiedene Zwecke, das Entrée des Gebäudes und ein lebendiges Zentrum im Gebäude-komplex.

Die Dachebene liegt in mehr als 20m Höhe und spannt sich über diesen Raum. Der Raum wird zum Innenraum, durch seine marktplatz-ähnliche Bespielung und den offenen Tageslichteinfall behält der Raum gleichzeitig einen angenehmen Außenraum-ähnlichen Charakter.

Durch die auskragenden Treppenskulpturen, die angrenzenden Brücken und Flurbereiche gibt es Ausblicke und Blickbezüge und ein permanentes Wechselspiel zwischen Sehen und Gesehen werden. Das Atrium wirkt aktiv und lebendig.

Die Fassaden im Atrium wickeln sich um den kompletten Raum des Atriums. Der innere Raumbereich ist offen. An vier Punkten schneidet sich das Atrium tief in die Gebäuderiegel ein.

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Im Erdgeschoss grenzen verschiedene gemeinschaftliche / öffentliche Bereiche (Konferenzraum (A), Bibliothek (B), Gastronomie (C)) rund um an das Atrium. Darüber hinaus gibt es allgemeine, gemeinschaft-liche Räume, die stets an gleicher Stelle in allen Geschossen ab 1.OG im Atrium positioniert sind ( u.a. Handbibliothek (D), Konferenzraum (E)).
Durch diese architektonischen Grundstrukturen ist das Atrium, für sich alleine betrachtet, kein eigenständiger Lichtraum. Denn es kommt zu einem ständigen Austausch mit den angrenzenden Bereichen, so dass dieser Sachverhalt in das Beleuchtungskonzept für das Atrium einbezogen wird. Z.B. wird dadurch im Atrium stets eine Art Grundbeleuchtung vorhanden sein.

Die Beleuchtung in den angrenzenden Räumen im Erdgeschoss (Konferenzräume (A), Bibliothek (B), Gastronomie(C)) steht zwangsläufig in ständiger Wechselwirkung mit dem Atrium. Teile der Beleuchtung in diesen Räumen gehören deshalb automatisch zur Lichtszene Atrium und werden mit dieser ein- und ausgeschaltet bzw. abgestimmt.
Aber auch die Beleuchtung / das Licht in den Handbibliotheken (D) und in den Konferenzräumen (E) wird bewusst lichtgestaltend für das Atrium genutzt und mit der Beleuchtung des Atrium ein-/ausgeschaltet.

Beleuchtungskonzept Atrium

Das Atrium ist ein großzügiger, offener Raum, der als solcher von ganz verschiedenen Standorten aus wahrgenommen wird. Dazu gehören auch die repräsentativen Blickbezüge von außen, wenn man sich dem Gebäude nähert und dieses Gebäude betritt.

Von Außen erfolgen die Blickbezüge insbesondere über die beiden Eingänge. Entlang der Fassade mit der Bibliothek und der Cafeteria ist auch ein Blickbezug durch den Gebäuderiegel hindurch möglich. Der Lichtcharakter der künstlichen Beleuchtung im Atrium soll lebendig sein. Deshalb wird auf eine Grundbeleuchtung, die den Raum zu gleichmäßig beleuchtet, verzichtet. Die Beleuchtung des Atriums setzt sich stattdessen aus einer Reihe an verschiedenen Lichtarten zusammen, die in Summe eine lebendige, projektspezifische und repräsentative Lichtszene gestalten:

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a) Objekte im Atrium

Vom Außenraum her soll der Kern, das Innere im Atrium, wahrge-nommen werden, ähnlich einer Vitrine. Deshalb sieht das Beleuchtungskonzept vor, dass geeignete Objekte und Bereiche im Atrium so akzentuiert werden, dass sie als Thema klar erkennbar sind:

a1) Solitär Baum
Der Baum (A) besitzt einen einzigartigen, großen Solitärcharakter im Atrium. Er wird mit Licht von unten (Bodeneinbauleuchten) und oben (Strahler von Dach aus) akzentuiert. Durch diese Akzentuierung verbindet sich das Licht mit Natur und Blattwerk und es entsteht ein Bild aus Licht und Schatten. Der beleuchtete Baum im Raum setzt einen deutlichen Lichtschwerpunkt im Raum.

a2) Solitär Empfangstheke
Die große Ring der Empfangstheke (B)wird mit Licht unter leuchtet, so dass die Theke sich mit einer Lichtfuge zum Boden hin löst. Das Thekenmöbel kann darüber hinaus wahlweise zusätzlich vollflächig leuchtend ausgebildet werden, sofern die vertikalen Flächen aus einem trans- luzenten Material gefertigt werden. In diesem Fall können diese Flächen so hinterleuchtet werden, dass sie im tiefen, blauen Farbton der CI des Unternehmes leuchten.

Für eine Arbeitsbeleuchtung werden Leuchten im Möbel integriert. Hier handelt es sich um lineare Leuchten, die unterhalb der Thekenfläche, rund um die Informationstheke, so integriert werden, so dass die eigentliche Arbeitsfläche ausgeleuchtet ist. Die Gesamtfläche der Theke wird durch Strahler von oben (Dachebene) beleuchtet. Ggfs. auch, im Fall eines Akustiksegels, als Kombination mit Licht.

a3) Solitär Gastronomie
Über dem Bereich der Gastronomie werden große Objekt- leuchten abgependelt. Diese Objektleuchten gestalten damit – zusätzlich zu Baum und Informationstheke – einen weiteren Solitär(-bereich) im Atrium aus. Die Objektleuchten haben einen Durchmesser von rd. 1.50 m, sie werden auf eine Höhe von rd. 2.80 m abgependelt und sie bieten zwei Lichtarten an. Sie leuchten als Objekt im Raum und nehmen jeweils einen 4-fach Strahler auf, der als Akzentbeleuchtung (Downlighting) für den Bereich Gastronomie geplant ist. Mit diesen beiden Lichtarten wird der Bereich der Gastro- nomie gleichzeitig allgemein und akzentreich beleuchtet. Es wird also eine Grundbeleuchtung generiert, zusätzlich setzen die Richtstrahler Lichtschwerpunkte.

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b) Grundbeleuchtung

Die Solitäre Baum, Informationstheke und der Bereich der Gastronomie bilden Lichtschwerpunkte im Raum aus. Über diese Lichtszene wird eine Grundbeleuchtung gesetzt, die über ein Downlighting (A) von der Dachstruktur aus, erzeugt wird. . . . . . . . . . . Es soll bewusst keine gleichmäßige zweite Struktur in der Dachebene entstehen. . . . . . . . . . . angemessenes Verhältnis von helleren und weniger helleren Bereichen . . . . . . . . . . Mit dieser Vorgehensweise wird der gewünschte lebendige Lichtcharakter im Raum gestaltet. Die Strahler werden so ausgerichtet, dass die Fassaden im Atrium nicht beleuchtet werden, sondern das Licht auch tatsächlich den Schwerpunkt auf die horizontale Fläche, den Boden, setzt. Durch diese Vorgehensweise bleibt der Objektcharakter der Solitäre Baum, Informationstheke und Gastronomiebereich gewahrt.

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c) Eingangsbereiche

Damit die Lichtatmosphäre im Atrium in sich abgeschlossen wahr-nehmbar ist, werden die beiden Eingangsbereich schwerpunktmäßig nur mit einem zurückhaltenden Downlighting bespielt . . . . . . . . , so dass in erster Linie die Lichtatmosphäre im Atrium im Vordergrund steht. Aus lichtarchitektonischen Gründen wird die große Natursteinwand im Haupteingang zusätzlich in Licht gesetzt, denn sie stellt eine excellente Besonderheit im Entrée des Haupteinganges dar. . . . . . . . . . . Die geplante Intensität ist ein mittleres Helligkeitsniveau, damit die Wand schön beleuchtet ist und dennoch die allgemeine Helligkeit im großen Haupteingangsbereich so gesteuert wird, dass sie nicht in Konkurrenz zum Atrium steht. Durch die Beleuchtung der Wandfläche bekommt der Haupteingangsbereich zusätzlich indirekte Lichtanteile durch das reflektierte Licht. Während der Haupteingang als großes Tor in das Gebäude hineingeschnitten ist, ist der Eingang von der B9 aus auf einen horizontalen Einschnitt in die Gebäudehülle und eine Türanlage reduziert. Dieser zweite Eingang wird nicht gesondert inszeniert, weil er bereits im Kontext der angrenzenden Bereiche und Räume (Atrium, Bibliothek, Handbibliotheken) im Licht bzw. einer Lichtabfolge steht . . . . . . . . . .

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d) Treppenskulpturen, Brücken

Das Atrium schneidet an vier Stellen in das Gebäude ein. Das Highlight zu Beginn dieser Einschnitte ist jeweils eine Treppenskulptur über die volle Geschosshöhe hinweg. Angrenzend dazu finden sich die Brückenstege . . . . . . . . . . Entlang des Treppenauges verläuft eine Lichtlinie, die sich schneckenartig nach oben windet. Diese Lichtspirale wird zum Lichtmotiv für die Treppenskulpturen . . . . . . . . . .

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